„Ich habe schon lange nicht mehr so viel Neues in so kurzer Zeit gelernt“, berichtet Robert M. von seiner neuen Stelle. Er arbeitet derzeit als DaF-Lehrer an einer renommierten Sprachschule in Paris. Über ein halbes Jahr läuft sein Vertrag in Festanstellung. Robert hat sich damit einen Traum erfüllt. Er liebt die Stadt an der Seine seit seiner Studienzeit, die er zum Teil hier verbracht hat. Jeden Morgen führt ihn nun sein Arbeitsweg vorbei am Eiffelturm zu seinem Arbeitsplatz im Herzen von Paris. Bevor er überhaupt die ersten Kurse übernehmen konnte, gab es eine intensive Einarbeitungsphase. Denn die Sprachschule setzt auf eine digitale Lernumgebung. Davon ist Robert wirklich begeistert: Ein digitales Whiteboard ermöglicht interaktives Arbeiten mit dem jeweiligen Lehrbuch, und auf die Plattform Moodle haben die Kursteilnehmer/innen auch zuhause Zugriff.

Interaktives Lernen von zuhause

Das Prinzip der Kurse lautet: 8o Prozent Präsenzphase in den Kursen, 20 Prozent „Heimarbeit“. Ganz im Sinne einer kommunikativen Didaktik können die Lernenden in dieser Zeit eigenverantwortlich und selbstständig üben. Der Lehrer stellt Onlineaufgaben, korrigiert Material, das die Kursteilnehmer einstellen, und fungiert als Moderator.

Fast alle Teilnehmer/innen sind unter 40, viele haben gerade erst ihr Studium abgeschlossen. Seine Klientel hatte sich Robert ganz anders vorgestellt: „Ich dachte eher, dass ich vorwiegend gut situierte, gebildete Rentner unterrichten würde, die Deutsch für Reisen lernen wollen.“ Mittlerweile weiß er, dass die Arbeitslosenquote in Frankreich relativ hoch ist, vor allem bei Berufseinsteigern. Die Lernenden bereiten sich darauf vor, sich in Deutschland einen Job zu suchen. Dementsprechend hoch ist die Motivation.

Um 20 Uhr ist Roberts Abendkurs zu Ende. Vorbei geht es wieder am nun erleuchteten Eiffelturm in „sein“ Quartier. Robert hatte Glück: Über eine Freundin konnte er günstig ein kleines Appartement in zentraler Lage zwischenmieten. Wohnen in der französischen Hauptstadt ist teuer, in der Regel zu teuer für DaF-Lehrer. Und so genießt Ralf den Luxus, bereits ein Gläschen Wein zu trinken und den Tag Revue passieren zu lassen, während seine Kollegen noch auf dem Heimweg in die umgebenden Banlieues sind.

 


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