Wortschatz in einer fremden Sprache aufzubauen, zu festigen und zu erweitern, erfordert viel Eigeninitiative. Lehrende können ihren Kursteilnehmer*innen ein paar einfache, aber wirksame Tipps geben, um Vokabeln zu lernen.

Vokabeln im Kontext lernen

Die meisten kennen es noch aus der Schulzeit. Vokabeln werden einfach auswendig gelernt nach dem Schema: das Wort in der zu lernenden Sprache, die Entsprechung in der jeweiligen Muttersprache. Nur leider gibt es in den wenigsten Fällen eine Eins-zu-eins-Entsprechung. Das Ergebnis ist, dass Lernende bei der Textproduktion nicht wirklich entscheiden können, welche Wörter in welcher Situation passen. Deswegen gilt: Vokabeln sollte man immer in einem Kontext lernen. Zum Beispiel mit mehreren unterschiedlichen Sätzen. Eine schöne Möglichkeit, Wörter in einem Zusammenhang zu lernen, ist das Verfassen einer Kurzgeschichte. Schreiben ist überhaupt eine hervorragende Tätigkeit, um neue Vokabeln zu festigen.

Wörter und Sätze schreiben

Im digitalen Zeitalter mutet es fast altmodisch an. Aber es ist tatsächlich sinnvoll, Vokabeln handschriftlich aufzuschreiben. Es hat nicht denselben Effekt, wenn sie in den Computer getippt werden. Über das motorische Nachvollziehen der Wörter können Lernende sie besser im Gedächtnis verankern. Dazu sollte man neue Vokabeln nicht einfach nebenher irgendwohin kritzeln, sondern sie mit einer gewissen Sorgfalt schreiben. Am besten zusätzlich eingebettet in einen Kontext. Es spricht also viel für die guten alten Lernkärtchen. Und auch gegen ein Vokabelheft ist nichts einzuwenden. Was man vielleicht im Unterricht schnell notiert hat, kann man so systematisch aufbereiten und gleichzeitig wiederholen.

Vokabeln laut lernen

Es hilft tatsächlich, sich neue Wörter nicht nur im Geist vorzusagen, sondern auch laut auszusprechen. Insbesondere, wenn man eine vielleicht ungewohnte Aussprache trainieren will. Wer neue Vokabeln zunächst schreibt und sie anschließend regelmäßig laut vorliest, hat schon zwei Sinne angesprochen. Und sorgt damit quasi dafür, dass das Gehirn an der Aufnahme gar nicht vorbei kommt.

Visuell lernen

Es ist nicht verwunderlich, dass Lernen noch besser funktioniert, wenn auch der Sehsinn beteiligt ist. Ein Tipp besonders für Anfänger ist es, sich an Alltagsgegenstände kleine Notizzettel zu kleben, auf denen die fremdsprachliche Bezeichnung steht. Weil man damit schnell an seine Grenzen kommt, kann man zum Beispiel auch Fotos in Zeitschriften verwenden und die entsprechenden Vokabeln dazu notieren. So können regelrechte Lernposter entstehen, die bei jedem Betrachten helfen, Vokabeln zu erinnern.

Abends wiederholen

Es stimmt tatsächlich: Was wir am Abend noch einmal ins Gedächtnis rufen, kann sich im Schlaf festigen. Ein idealer Zeitpunkt, um Vokabeln zu lernen oder zu wiederholen, ist also die Phase unmittelbar vor dem Schlafengehen.

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