Was wir von Kindesbeinen an kennen, halten wir für selbstverständlich. So haben die meisten von uns ein ähnliches Konzept von Schule im Kopf: eine Klasse, ein Raum, ein Lehrer, eine Tafel und diverse Lehrmaterialien, die uns das Lernen erleichtern sollen. Dieses Konzept übertragen wir dann auch später auf unterschiedliche Lernsituationen wie Ausbildung, Fortbildungen – und Sprachkurse. Die meisten Lernenden teilen diese Vorstellung.
Es gibt aber auch Kursteilnehmer/innen, bei denen das nicht so ist. Weil sie zum Beispiel nie die Möglichkeit hatten, eine Schule zu besuchen, oder nur für kurze Zeit in einer Schule waren. Oder weil ihnen nie der Fundus an Hilfsmitteln geboten wurde, den wir gewohnt sind. Solche Lernende werden oft als „ungeübte Lerner“ bezeichnet.

Man spricht in diesem Kontext davon, dass sie zunächst „Lernen lernen“ sollten. Es gibt Strategien, mit denen man dieses Lernenlernen unterstützen kann. Ein paar ganz praktische Tipps betreffen schon den Schritt vor dem eigentlichen Lernprozess. Sie geben Hilfestellung, das Lernen erst einmal zu organisieren.

Ungeübte Lerner/innen besser unterstützen

Ein einfacher Tipp mit großer Wirkung für ungeübte Lerner/innen ist es, die Arbeitsblätter, die sie im Laufe der Zeit erhalten, mit einem Datum zu versehen. Klingt banal, hilft aber, den Lernfortschritt beim Wiederholen nachzuvollziehen. Genauso einfach ist es, Wichtiges mit einem Textmarker zu unterstreichen.

Doch wer nie über ein ganzes Arsenal an Schulmaterialien verfügt hat, weiß in der Regel auch nicht, welche einfachen Helfer es gibt. Und wie sie bezeichnet werden, damit man sie selbstständig besorgen kann. Hier können die Lehrenden vermitteln: Wie heißt es und was nützt es? Warum ist es gut, sich einen Ordner anzulegen, in dem man Übungsblätter ablegen kann. Was ist ein Vokabelheft und wie kann ich es bestmöglich nutzen? Was sind Lernkärtchen und was bringen sie mir?

Schulanfänger bekommen in der Regel eine exakte Liste, was sie alles brauchen. Die Listen sind oft so umfangreich, dass man schon darüber streiten kann, ob nicht das ein oder andere entbehrlich ist. Aber die Idee ist grundsätzlich gut: Vielleicht könnte man auch ungeübten Lernern zum Kursanfang eine kleine Übersicht geben, was sinnvoll für sie sein könnte. Solche Empfehlungen können helfen, den Input im Kurs besser zu strukturieren und geben Raum für den eigentlichen Lernprozess.

 


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