Ein Alltag ohne Smartphone ist für viele Menschen überhaupt nicht mehr vorstellbar. Aber sollten Lehrende und Lernende das Smartphone im Unterricht benutzen? Auf jeden Fall, findet Stephanie Krebs, Fachberaterin bei Hueber. Denn es geht vor allem darum, wie man dieses Medium methodisch sinnvoll einsetzt. Frei nach dem Motto: Wenn sowieso jeder daddelt, kann man das auch didaktisch tun. Wie das geht, zeigte Stephanie Krebs vergangene Woche in einem Workshop am Hueber Infopunkt im Hugendubel in München.

Basisfunktionen, die Spaß machen

Man braucht keine besonderen Apps dafür. Auch mit den Grundfunktionen, die jedes Handy mitbringt, lässt sich schon einiges anstellen. Jedes Smartphone verfügt über eine Kamera. Die Kursteilnehmer/innen können damit zum Beispiel kleine Videofilme drehen, in denen sie sich selbst oder andere vorstellen. Das lässt sich gut als Partnerarbeit machen. Im Anschluss zeigen die Lernenden ihre Videos den anderen Kursteilnehmern.

Auch simulierte Vorstellungsgespräche und Präsentationen eignen sich fürs Filmen und sind eine gute Vorbereitung auf mündliche Prüfungen. Denn Lernende erhalten so die Möglichkeit, sich selbst in Aktion zu sehen. Bei Aufnahmen, die in bestimmten Abständen wiederholt werden, können sie außerdem ihre Fortschritte einschätzen. Das gibt Selbstvertrauen.
Was man dabei beachten sollte: Die meisten Menschen fühlen sich nicht wohl damit, wenn sie in einem Video (oder Foto) auf einem fremden Smartphone festgehalten werden. Also am besten vorher die Handys tauschen, damit man mit dem eigenen Gerät gefilmt wird.

Kreativ lässt sich die Smartphone-Kamera auch bei Fotos einsetzen. Zum Beispiel für das Lernen von Komposita. Die Teilnehmer/innen fotografieren zwei Motive, die zusammen betrachtet ein Kompositum ergeben. Weil ein Kursraum in der Regel nicht gerade viele interessante Fotomotive bietet, eignet sich so eine Aktion sehr gut als Hausaufgabe.

Aufgaben fürs Smartphone im Unterricht

Im Unterricht selbst können Teilnehmer/innen kleine Recherchearbeiten mit dem Smartphone ausführen oder Informationen für ein Kurzreferat suchen. Falls der Kursträger kein kostenloses Netz zur Verfügung stellt: Die meisten Lernenden verfügen über eine Flatrate, so dass ihnen durch solche Aufgaben keine zusätzlichen Kosten entstehen. Sollte jemand keine Flatrate haben, kann man Paare oder Gruppen zusammenstellen, in denen auf jeden Fall eine Person mit Flat dabei ist.

Jenseits von digitalen Wörterbüchern ist das Smartphone auch ein guter Vokabeltrainer. Zum Beispiel in Form einer Soundrallye. Geräusche gibt es als kostenlose Downloads im Internet. Über das Smartphone in Kombination mit einem externen Lautsprecher werden die Töne wiedergegeben (z. B. Regentropfen), die Lerner nennen die passende Bezeichnung.

Auch zahlreiche kostenlose Apps machen das Lernen spannender. Zum Beispiel die Apps von Hueber, die es ergänzend zu den meisten Lehrwerken gibt. Bei einem Scan über die Kursbuchseite erscheinen Symbole, die bei Klick Videos oder Audios abspielen. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

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