„Warum klingt das Deutsche so schön (hart)?“ lautet der Titel eines Vortrags von François Conrad im Rahmen der Veranstaltungsreihe ScienceSlam. Der Sprachwissenschaftler erklärt darin anschaulich, warum die deutsche Aussprache als hart empfunden wird. Es ist kein Zufall, dass dabei auch Hunde vorkommen.

Conrad identifiziert fünf „Schuldige“, die dafür sorgen, dass Deutsch nicht gerade als wohlklingend empfunden wird.
Und die eine Herausforderung für die meisten Deutschlernenden sind.

Fünf Gründe für die harte deutsche Aussprache

Da sind zum Beispiel die zahlreichen Reibelaute, die sogenannten Frikative, wie beispielsweise f, v, s, z, sch oder ch. Wir erzeugen sie, indem wir Luft durch eine Verengung pressen. Ein durchaus anstrengender und gewöhnungsbedürftiger Vorgang für Lernende, die diese Laute so in ihren Sprachen nicht kennen.

Damit aber nicht genug. Berüchtigt ist das Deutsche auch für seine Konsonantenhäufungen. Wörter wie Strumpf, Pfropfen oder Herbst können auch einem „Muttersprachler“ die Aussprache erschweren. Deutschlernende versuchen oft, sie zu meistern, indem sie sogenannte Sprossvokale zwischen die einzelnen Konsonanten setzen.
Eine ideale Komposition von Silben sind laut Conrad Konsonant-Vokal-Abfolgen. Nicht umsonst sind Wörter wie Mama oder Papa so aufgebaut und werden von kleinen Kindern sehr schnell gelernt.

Deutsche Aussprache und der harte Hund

Jetzt kommt der Hund ins Spiel. Dieses Wort ist nämlich ein Beispiel für ein weiteres Phänomen, das die deutsche Aussprache so hart macht: die Auslautverhärtung. Während bei Hunde das d noch weich ausgesprochen wird, hört es sich bei Hund wie ein t an. Extrem schwierig auszusprechen für viele Deutschlernende, die Vokale am Wortende kennen und deswegen unwillkürlich einen Vokal an derartige Wörter anfügen.

Aber auch den Anfang von Wörtern „verhärtet“ das Deutsche mit einer ganz bestimmten Technik. Der sogenannte Knacklaut vor Wörtern, die mit einem Vokal anfangen. Dafür werden die verschlossenen Stimmlippen plötzlich geöffnet. Das Ergebnis ist, dass Wörter wie in dem Satz: „Alles ist in Ordnung.“ klar voneinander getrennt und damit gut verstanden werden. Also durchaus sinnvoll, aber für Sprecher manch anderer Sprachen regelrechte Rachenakrobatik.

Da scheint die Stammbetonung, die Conrad als 5. Grund anführt, noch am leichtesten zu meistern zu sein.

Ist Deutschlernen vor diesem Hintergrund eine Zumutung? Wie wohltuend ist da doch ein Kommentar von User Unwillkurlich auf Youtube unter dem Vortrag: „Die deutsche Sprache ist wie Kaffee, Wein oder Bier. Am Anfang ist sie scheußlich, aber mit der Zeit lernt man sie lieben. Wenn die Ohren einmal Gefallen daran gefunden haben, klingt Deutsch tatsächlich wunderschön.“ – Danke, Unwillkurlich!

 

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